Atlassian - Lösungsdesign: Interview mit Jerry Gordinier

Heute wollen wir Sie in eine der faszinierendsten Firmen, wenn es um visionäres Softwaredesign geht, entführen und einiges über ihre Tools, Methoden und Philosophie, herausfinden, die sie so einzigartig machen. Folgen sie uns also in diesem Interview zu Jerry Gordinier, einem UX Designer bei Atlassian in San Francisco, CA.

Was machen Sie eigentlich genau bei Atlassian?

Ich bin ein Cross-Product-Designer, das heißt, ich verbringe eine Menge Zeit damit, heraus zu finden, wie unsere Kunden ihre Atlassian-Werkzeuge benutzen und teste dabei das Zusammenspiel der Komponenten und die Benutzerfreundlichkeit (usability), schließlich verbreite ich meine Design-Einsichten über die Firma. Dabei verfolge ich einen holistischen Ansatz, der die Grenzen zwischen den Tools und Applikationen immer mehr auflöst, die Produkte also immer mehr verbindet.
So löse ich gelegentlich Teildesign-Fragen für neue Teams oder solche, die keinen eigenen Designer haben. Ich trommele also die richtigen Leute zusammen an einen Tisch, um ihre Herausforderungen und Probleme auf den Punkt zu bringen. Dann legen wir Lösungsziele und Mindestanforderungen, sowie alle Teilschritt, die dort hin führen, fest.

Was sind die drei wesentlichen Erfolgsfaktoren ihres Arbeitsraums?

1. Die richtigen Leute: Ich brauche Leute, die ihre Ideen einfach rausspringen lassen, Leute mit speziellen, aber auch breit gestreuten Kenntnissen und Beschäftigungsfeldern. Leute, die unerbittlich sind, wenn es um Lösungen geht.

2. Zeit: Manchmal muss man, um Zeit in einem Arbeitsraum zu finden einfach abtauchen und zu anderen Zeiten einfach nur Termine buchen und sich mental darauf einstellen.

3. Werkzeuge, die die Arbeit erleichtern: Dinge wie Post-It-Notizen, Textmarker, White Boards und Meeting-Räume, um all die Leute aus ihrer gewohnten Umgebung rauszuziehen und für genau diese Frage zusammen zu bringen, die sind alle wirklich genauso wichtig.

Wie wichtig ist ihr Arbeitsraum für Kreativität?

Mein Arbeitsraum ist wesentlich für die Kreativität. Kreativität bedeutet dabei all die Ideen da draußen zusammen zu ziehen, indem man eine Menge Leute zusammen kriegt. In einer isolierten Umgebung ist das erheblich schwierigere. Wenn man immer nur von zu Hause arbeitet, ist es schwerer, die richtigen Leute zu finden und zu erreichen, um an solche Ideen heran zu kommen. Es hat etwas sehr Nettes, einen Designer zu haben, der auch ansprechbar ist und dieser Raum bei Atlassian erleichtert diesen Prozess.

Arbeiten sie überhaupt außerhalb des Büros?

Gelegentlich arbeite ich auch von zuhause, wenn ich keine Meetings habe oder ein wirklich großes Design-Problem durchkaue und ein bisschen Isolation brauche. Aber ich finde es einfacher im Büro zu arbeiten, wo ich mehrere Monitore habe, Kopfhörer und Werkzeuge mit denen ich wirklich in meiner Welt versinken kann.

Was sind ihre Lieblingsschritte im Design-Prozess?

Ich denke mein Lieblingsmoment ist, wenn etwas freigeschaltet wird. Ich liebe es wenn die User mit der Live-Schaltung einen realen Nutzen in die Hand bekommen, sie probieren es und sagen“ „Junge, das hat meine Leben wirklich verbessert.“ Das ist einfach großartig.

…und was frustriert Sie am meisten?

Es ist frustrierend, wenn du etwas mit zwiespältigen Gefühlen entwirfst., z.B. „Für wen ist das überhaupt wichtig? Wer hat einen Nutzen davon? Ist das jetzt überhaupt der richtige Zeitpunkt? Wie weit hilft das eigentlich? Deswegen ist es so wichtig, dass all diese Teilfragen sofort, an Ort und Stelle gelöst werden und zudem neue Aufschlüsse und Einblicke ergeben.

Woran erkennen Sie, dass sie verstanden haben, worum es dem Kunden eigentlich geht?

Ich denke das ist das erste was es rauszufinden gilt: Welche Frage will ich stellen? Das wird am Anfang der Recherche gerne mal übersehen. Aber man muss sich wirklich hinsetzen und all diese Fragen stellen. Welche Aufgaben helfen mir die Fragen zu beantworten? Welche Informationen benötige ich? Welche Art von Leuten muss ich ansprechen? Und vor allem: Wie stelle ich bei allen diesen Fragen eine Beziehung zum Team her, so, dass alle erreicht, aktiviert und beteiligt sind und keine Information unterwegs verloren geht?

Es ist klar, dass man nicht alle diese Fragen beantworten kann. Um aber zu helfen, einige klare Ziele zu definieren muss man die Benutzerfreundlichkeit testen, die Zusammenhänge und Wechselwirkungen untersuchen und darstellen, man braucht eine visuelle Leitlinie und natürlich sind viele Gespräche mit dem Kunden erwünscht.

 

 

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